Die Weiterentwicklung von Hi8 zur digitalen Aufzeichnung war die 1999 eingeführte Digital8-Technik. Das Digital8-Format verwendet die herkömmlichen Hi8-Bänder, dabei nutzt Digital8 für Aufnahme wie Ausgabe dasselbe Datenformat wie DV. Manche Geräte können auch auf günstige Video8-Kassetten digital aufzeichnen (bzw. ist dies mit einem Trick auch mit Geräten möglich, die dies nicht ausdrücklich unterstützten), wovon allerdings abgeraten wird, da Video8-Kassetten aufgrund des minderwertigen Bandmaterials nicht immer in der Lage sind, die hochfrequenten digitalen Signale fehlerfrei zu speichern, was zu häufigen Dropouts und einer insgesamt verkürzten Lebensdauer führt.
Aufgrund der im Vergleich zu Video8/Hi8 höheren Bandgeschwindigkeit verkürzt sich die Laufzeit bei Digital8 um ein Drittel, d.h. auf eine Hi8-Kassette mit 90 Minuten Spielzeit passen im Digital8-Format nur 60 Minuten. Im Handel sind auch spezielle Digital8-Kassetten erhältlich, dabei handelt es sich jedoch um ganz gewöhnliche Hi8-Kassetten, es wurde lediglich die Aufschrift geändert und die Laufzeit korrekt für Digital8 angegeben.
Digital8 Geräte werden nur von Sony hergestellt und ausschließlich im Amateurbereich verwendet. Neben Camcordern gab es auch tragbare Digital8-Videorecorder, die sogenannten "Video Walkman", die es in der gleichen Form auch schon für Video8 und Hi8 gab. Hiervon existierten allerdings nur zwei verschiedene Modelle, eins mit und eins ohne aufklappbarem TFT-Display. Hochwertigere, semiprofessionelle Geräte, die das Digital8-System verwendeten, hat es nie gegeben, ebenso existieren keine Standgeräte für die Aufnahme/Wiedergabe von Digital8.
Digital8-Geräte waren insbesondere für Umsteiger von Video8/Hi8 zum relativ preiswerten Einstieg in die Digitaltechnik konzipiert, da sie in der Anfangszeit günstiger als MiniDV-Camcorder waren und obendrein teilweise die Möglichkeit boten, Video8/Hi8-Kassetten wiederzugeben (siehe unten).
Das Aufzeichnungsformat von Digital8 und DV ist völlig identisch. Alle Digital8-Camcorder verfügen über einen DV-Out (Firewire), über den die Übertragung und Nachbearbeitung auf dem PC sowie Überspielung z.B. auf einen DVD-Recorder möglich ist. Wie bei MiniDV, existieren auch Digital8-Camcorder mit DV-In, über den die nachbearbeiteten Filme vom PC wieder völlig verlustfrei auf Digital8 zurückgespielt werden können. Zusätzlich gab es in der Anfangszeit auch Camcorder, die zusätzlich einen analogen Videoeingang hatten und somit als Videorecorder, z.B. für die Digitalisierung von (S-)VHS, verwendet werden konnten. Aktuelle Geräte bieten diese Funktion nicht mehr.
Viele Digital8-Camcorder der älteren Generation konnten auch die analogen Formate Video8 und Hi8 wiedergeben; in der letzten Modellreihe (Juli 2007) bot Sony in Deutschland nur noch einen einzigen Digital8-Camcorder mit dieser Funktion an, den DCR-TRV480E (DCRTRV480E).
Dabei ist zur Rettung von Video8- und Hi8-Aufnahmen durch Digitalisierung gerade die Wiedergabe in Digital8-Camcordern zu bevorzugen, da der Digital8-Camcorder das Video8- bzw. Hi8-Signal nahezu verlustfrei in handelsübliches digitales DV umwandelt, das über den Firewireausgang des Digital8-Camcorders ausgegeben wird, während Video8- und Hi8-Camcorder lediglich ein analoges Signal über eine Composite- oder S-Video-Verbindung (nur Hi8-Geräte) ausgeben; allein schon durch die analoge Verbindung treten Verluste, u. a. durch Cross-Color- und Cross-Luminance-Fehler bei Compositeverbindungen, auf, und zusätzlich ist hier noch eine je nach eingesetzter Hardware (Videokarte im Computer, etc.) in der Qualität recht schwankende Digitalisierung in Rechnung zu stellen.
Insgesamt gilt Digital8 im Vergleich zu DV als wesentlich robuster, langlebiger und weniger fehleranfällig. Dies liegt vor allem an der deutlich höheren Bandgeschwindigkeit (28.7mm/s; DV: 18.8mm/s) und größeren Spurbreite (16.3µm; DV:10µm), was sogar die Werte des professionellen DVCAM-Systems übersteigt. Zusätzlich ist das Band von Digital8-Kassetten breiter und dicker als bei DV.
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